Wer sich mit Radon beschäftigt, stösst früher oder später auf die offizielle Radonkarte des BAG. Sie zeigt, wie wahrscheinlich es an einem Standort ist, dass der Referenzwert von 300 Bq/m³ in Gebäuden überschritten wird. Doch eines ist wichtig: Die Karte ist eine Orientierungshilfe – sie ersetzt keine Radonmessung im eigenen Gebäude.

Die Radonkarte des Bundesamts für Gesundheit (BAG) gibt Hinweise darauf, in welchen Regionen ein erhöhtes Radonpotenzial besteht. Sie basiert unter anderem auf bereits durchgeführten Radonmessungen, geologischen Informationen, Bodenbeschaffenheit und regionalen Erfahrungswerten. Angezeigt wird die Wahrscheinlichkeit, dass der Referenzwert von 300 Bq/m³ für die Radonkonzentration in Gebäuden überschritten werden könnte.
Wichtig ist: Die Karte bewertet keine einzelnen Gebäude, sondern grössere geografische Bereiche.
Nein. Genau hier entsteht häufig ein Missverständnis. Viele Immobilienbesitzer gehen davon aus, dass vor allem die dunkelroten Regionen betroffen sind. Liegt das eigene Haus in einem Gebiet mit tiefer ausgewiesener Wahrscheinlichkeit, wirkt das zunächst beruhigend. Doch Radon hält sich nicht an Kartengrenzen. Auch in Gebieten mit vermeintlich geringem Risiko können erhöhte Radonwerte auftreten. Umgekehrt muss ein Gebäude in einer Region mit höherem Radonpotenzial nicht automatisch stark belastet sein. Entscheidend ist nicht nur die Lage, sondern vor allem das einzelne Gebäude.
Die tatsächliche Radonkonzentration in einem Haus hängt von vielen Faktoren ab.
Dazu gehören zum Beispiel:
Das bedeutet konkret: Zwei Nachbarhäuser können völlig unterschiedliche Radonwerte aufweisen. Selbst innerhalb derselben Strasse kann die Belastung stark variieren. Gerade für Immobilienbesitzer ist das entscheidend. Denn eine Karte sagt nicht, ob im Keller, im Erdgeschoss oder in einem bewohnten Raum tatsächlich eine erhöhte Konzentration vorhanden ist.
Ein weiterer Irrtum: Neue Gebäude seien automatisch sicher.
Zwar können Radonschutzmassnahmen bei Neubauten besser geplant und umgesetzt werden, dennoch hängt die tatsächliche Situation davon ab, ob diese Massnahmen fachgerecht berücksichtigt wurden und wie das Gebäude später genutzt wird. Auch Sanierungen können die Radonsituation verändern. Wird ein Gebäude beispielsweise energetisch abgedichtet, kann sich der Luftaustausch reduzieren. Dadurch kann Radon unter Umständen stärker im Gebäude verbleiben. Das BAG weist deshalb darauf hin, dass bei bestimmten Risikosituationen zusätzliche Radonschutzmassnahmen sinnvoll sein können.
Die Radonkarte kann helfen, die Dringlichkeit einer Messung einzuschätzen. Sie kann aber nicht beantworten, ob ein bestimmtes Gebäude tatsächlich belastet ist. Klarheit bringt nur eine Radonmessung im Gebäude.
Eine Messung ist besonders sinnvoll:
Langzeitmessungen über mehrere Monate liefern die zuverlässigsten Ergebnisse, weil Radonwerte je nach Jahreszeit, Wetter, Nutzung und Lüftung schwanken können. Für eine erste Einschätzung oder schnelle Ergebnisse eignen sich aktive Messgeräte.
Die offizielle Radonkarte der Schweiz ist ein hilfreiches Informationswerkzeug. Sie zeigt, wo das Risiko für erhöhte Radonwerte grösser sein kann, sagt aber nicht, ob ein konkretes Gebäude sicher oder belastet ist.
Radon kommt schweizweit vor. Jedes Gebäude reagiert unterschiedlich. Und nur eine Messung zeigt, wie hoch die Radonkonzentration tatsächlich ist. Wer seine Gesundheit langfristig schützen möchte, sollte das Thema Radon nicht allein anhand einer Karte beurteilen, sondern aktiv messen. Weitere Informationen zum Thema Radon finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) und auf faparadon.ch.
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