Radon messen im Winter: Warum die Heizperiode der richtige Zeitpunkt ist 

Florian Riegger
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Für eine anerkannte Radonmessung ist die Heizperiode von Oktober bis März entscheidend. Denn die Radonkonzentration in Gebäuden schwankt und kann im Winter höher ausfallen als im Sommer. Was dahintersteckt und was das für den richtigen Messzeitpunkt bedeutet, erklären wir in diesem Ratgeber. 

Warum ist die Heizperiode im Winter für die Radonmessung wichtig? 

Die Radonkonzentration in einem Gebäude ist nicht konstant. Sie verändert sich im Tages- und Jahresverlauf und wird unter anderem durch den Untergrund, die Bauweise, das Wetter sowie das Heiz- und Lüftungsverhalten beeinflusst. 

Im Winter kommt ein wichtiger Faktor hinzu: der grössere Temperaturunterschied zwischen innen und aussen. Warme Luft steigt im Gebäude nach oben und entweicht über Undichtheiten. Dadurch kann in tiefer gelegenen Gebäudebereichen ein leichter Unterdruck entstehen – der sogenannte Kamineffekt. 

Über undichte Stellen im erdberührenden Bereich, beispielsweise Fugen oder Leitungsdurchführungen, kann dadurch radonhaltige Bodenluft ins Gebäude gelangen. Gleichzeitig wird während der kalten Monate häufig weniger gelüftet. Beides kann dazu beitragen, dass die Radonkonzentration im Gebäude steigt. 

Ist der Radonwert im Winter also automatisch höher? Nicht unbedingt. Wie hoch die Konzentration tatsächlich ist, hängt vom einzelnen Gebäude und vielen weiteren Faktoren ab. Die Bedingungen während der Heizperiode können höhere Werte jedoch begünstigen. Wie hoch die Belastung in einem Gebäude tatsächlich ist, lässt sich durch eine Messung feststellen. 

Warum dauert eine anerkannte Radonmessung mindestens 90 Tage? 

Radonwerte können von Tag zu Tag und über die Jahreszeiten hinweg schwanken. Eine kurze Messung bildet deshalb nur einen Ausschnitt der tatsächlichen Situation ab. Bei einer anerkannten Radonmessung in Wohnräumen beträgt die Messdauer grundsätzlich ein Jahr, mindestens jedoch 90 Tage während der Heizperiode. Je länger gemessen wird, desto aussagekräftiger ist das Resultat. Der längere Zeitraum gleicht kurzfristige Schwankungen aus und ermöglicht eine zuverlässigere Beurteilung der Radonsituation. 

Wann sollte die Radonmessung beginnen? 

Wenn Sie eine anerkannte Radonmessung planen, sollten Sie das im Zeitraum von Oktober bis März einplanen. Ein Start im Herbst ist praktisch, weil genügend Zeit für die erforderliche Messdauer während der Heizperiode bleibt. Ein späterer Start ist ebenfalls möglich, sofern die Anforderungen an Messdauer und Messzeitraum eingehalten werden. Es lohnt sich deshalb, die Messung rechtzeitig zu planen – insbesondere dann, wenn Sie das Resultat zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigen. 

Kann Radon auch im Sommer gemessen werden? 

Ja, Radon kann grundsätzlich auch im Sommer gemessen werden, jedoch nicht, wenn Sie eine anerkannte Messung durchführen möchten. Die Messwerte können über die Sommermonate tiefer ausfallen als während der Heizperiode und sind deshalb nicht ohne Weiteres auf die Radonbelastung über das ganze Jahr übertragbar. Eine Messung ausserhalb der Heizperiode kann dennoch sinnvoll sein – beispielsweise um erste Hinweise auf die Radonsituation in einem Gebäude zu erhalten oder Veränderungen zu beobachten.  

Für eine anerkannte Radonmessung in Wohnräumen muss die Messung mindestens 90 Tage während der Heizperiode von Oktober bis März umfassen. Eine reine Sommermessung erfüllt diese Anforderung nicht. 

Sollte während der Radonmessung anders gelüftet werden? 

Nein. Während einer Langzeitmessung sollte das Gebäude möglichst so genutzt werden wie gewohnt. Wenn Sie plötzlich deutlich häufiger lüften oder die Nutzung der Räume verändern, bilden Sie unter Umständen nicht mehr die üblichen Bedingungen ab. Ziel der Messung ist schliesslich nicht, einen möglichst tiefen Wert zu erreichen, sondern die tatsächliche Radonsituation im Gebäude möglichst realistisch zu erfassen. 

Fazit: Berücksichtigen Sie die Heizperiode bei der Planung Ihrer Radonmessung 

Temperaturunterschiede, Druckverhältnisse und das Lüftungsverhalten können die Radonkonzentration während der Heizperiode beeinflussen. Deshalb ist der Zeitraum von Oktober bis März für anerkannte Radonmessungen relevant. Wenn Sie eine Messung planen, sollten Sie die erforderliche Messdauer zwischen Oktober und März frühzeitig berücksichtigen. So entsteht eine aussagekräftige Grundlage, um die Radonsituation in Ihrem Gebäude zu beurteilen.

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