Radon-Leckortung: Wo tritt Radon eigentlich ins Gebäude ein?
Die Radonmessung ist abgeschlossen – und das Ergebnis zeigt erhöhte Radonwerte. Nun stellt sich die entscheidende Frage: Wo und wie gelangt Radon ins Gebäude? Eine professionelle Radon-Leckortung hilft, mögliche Eintrittsstellen zu lokalisieren und die nächsten Sanierungsschritte gezielt zu planen.

Warum eine Radonmessung allein oft nicht ausreicht
Eine Radonmessung zeigt zuverlässig, wie hoch die Radonkonzentration in einem Raum ist. Sie verrät jedoch nicht, an welchen Stellen das Radon ins Gebäude eindringt. Genau diese Information ist entscheidend, wenn Sanierungsmassnahmen gezielt geplant und erfolgreich umgesetzt werden sollen. Genau hier setzt die Leckortung an: Sie hilft dabei, mögliche Eintrittsstellen systematisch zu untersuchen und die Ursache der erhöhten Radonwerte einzugrenzen.
Viele Eigentümerinnen und Eigentümer gehen zunächst davon aus, dass ein grosser Riss im Kellerboden die Ursache sein muss. In der Praxis sieht es jedoch häufig anders aus. Radon kann bereits über kleinste Undichtigkeiten aus dem Erdreich in ein Gebäude gelangen. Oft sind diese Eintrittsstellen unscheinbar oder sogar vollständig verdeckt.
Zu den häufigsten Eintrittswegen gehören:
- Risse in der Bodenplatte
- Arbeits- und Bauteilfugen
- Rohr- und Kabeldurchführungen
- Übergänge zwischen Bodenplatte und Kellerwand
- Pumpensümpfe und nicht mehr genutzte Bodenabläufe
- Kontroll- und Installationsschächte
- undichte Kellerwände
- Drainagen und Leerrohre
Viele dieser Bereiche wirken auf den ersten Blick völlig unauffällig. Dennoch können sie direkte Verbindungen zur Bodenluft darstellen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Bei Einfamilienhäusern finden wir besonders häufig Undichtigkeiten an Rohr- und Kabeldurchführungen oder bei nicht mehr genutzten Bodenabläufen. In Gewerbe- und Industriebauten sind dagegen oft Installationsschächte, grössere Bodenfugen oder nachträglich erstellte Leitungsdurchführungen mögliche Ursachen. Jedes Gebäude ist anders. Deshalb lohnt sich immer eine individuelle Betrachtung.

Kann ich als Eigentümer selbst nach Eintrittsstellen suchen?
Eine erste Sichtkontrolle können Sie als Eigentümerinn oder Eigentümer durchaus selbst durchführen. Sie ersetzt zwar keine professionelle Leckortung, kann aber erste wichtige Hinweise liefern.
Folgende Stellen sollten Sie dabei besonders prüfen:
- sichtbare Risse im Kellerboden
- offene oder beschädigte Fugen
- Rohr- und Kabeldurchführungen
- ungenutzte Leitungsöffnungen
- Bodenabläufe und Pumpenschächte
- nachträglich erstellte Bohrungen oder Durchbrüche
Auch wahrnehmbare Luftströmungen können auf eine Undichtigkeit hinweisen. Halten Sie beispielsweise die Hand vorsichtig an eine verdächtige Fuge oder Rohrdurchführung. Spüren Sie einen Luftzug, kann dort eine Verbindung zu einem angrenzenden Hohlraum oder möglicherweise zur Bodenluft bestehen. Ein Luftzug ist jedoch noch kein Beweis dafür, dass an dieser Stelle tatsächlich relevante Mengen Radon eintreten. Die Sichtprüfung ist deshalb ein sinnvoller erster Schritt, aber keine abschliessende Ursachenanalyse.
Manchmal reicht sogar ein Schweizer Taschenmesser für den ersten Hinweis
Für eine erste Kontrolle braucht es nicht immer aufwendige Messtechnik. Bei unseren Vor-Ort-Begehungen kommen häufig auch einfache Hilfsmittel zum Einsatz. Mit einem Schweizer Taschenmesser oder einem Schraubenzieher lassen sich beispielsweise lose Fugenbereiche vorsichtig prüfen oder kleine Öffnungen genauer untersuchen. Oft zeigen sich dabei bereits erste Hinweise auf mögliche Eintrittsstellen.
Zudem gilt: Nicht jede Radonleckage ist sichtbar. Gerade bei komplexeren Gebäuden verlaufen mögliche Eintrittswege häufig hinter Verkleidungen, unter Bodenaufbauten oder innerhalb von Installationen. Dann stösst selbst eine sorgfältige Sichtprüfung an ihre Grenzen.
Professionelle Leckortung: Ursachen erkennen statt vermuten
Je nach Gebäude, Messergebnis und Ausgangslage kommen bei der Leckortung unterschiedliche Mess- und Prüfverfahren zum Einsatz. Ziel ist es, mögliche Radon-Eintrittswege so präzise wie möglich zu lokalisieren.
Dazu gehören unter anderem:
- Radonmessgeräte mit hoher zeitlicher Auflösung
- Unterdruck- und Druckdifferenzmessungen
- Strömungsuntersuchungen
- Nebel- oder Rauchverfahren
- spezielle Ortungstechnik für Hohlräume sowie Rohr- und Kabeldurchführungen

Mit zeitlich hochauflösenden Messgeräten lässt sich beispielsweise beobachten, wie sich die Radonkonzentration während einzelner Prüfungen verändert. Rauch- oder Nebelverfahren können Luftströmungen an Fugen und Durchführungen sichtbar machen. So lässt sich besser nachvollziehen, an welchen Stellen Bodenluft in das Gebäude einströmt und welche Bereiche für die erhöhte Radonbelastung relevant sein könnten.
Warum sich eine Leckortung lohnt
Nach einer Radonmessung mit erhöhten Werten möchten viele Betroffene möglichst schnell handeln. Das ist verständlich. Wer jedoch sofort mit Abdichtungs- oder Sanierungsarbeiten beginnt, behandelt unter Umständen nur einzelne sichtbare Schwachstellen – nicht aber die tatsächliche Ursache.
Eine professionelle Leckortung schafft Klarheit und hilft dabei,
- mögliche Eintrittsstellen gezielt abzudichten,
- Sanierungsmassnahmen effizient zu planen,
- die geeignete Abdichtungs-, Lüftungs- oder Absauglösung auszuwählen,
- unnötige Arbeiten und Kosten zu vermeiden,
- und die Radonbelastung nachhaltig zu reduzieren.
Kurz gesagt: Wer weiss, wo Radon ins Gebäude gelangt, kann gezielter, wirtschaftlicher und erfolgreicher sanieren.
Wann ist eine Leckortung besonders sinnvoll?
Eine detaillierte Ursachenanalyse empfiehlt sich insbesondere,
- wenn nach einer Radonmessung erhöhte Werte festgestellt wurden,
- vor grösseren Umbau- oder Sanierungsarbeiten,
- wenn bereits Massnahmen umgesetzt wurden, die Radonwerte jedoch weiterhin erhöht sind,
- bei komplexen Gebäuden mit mehreren möglichen Eintrittswegen,
- bei öffentlichen Gebäuden und Arbeitsplätzen,
- oder wenn unklar ist, welche Sanierungsmethode geeignet ist.
In vielen Fällen bildet die Leckortung die Grundlage für eine erfolgreiche und langfristige Radonsanierung.
Gerade wenn mehrere mögliche Eintrittsstellen infrage kommen hilft die gezielte Untersuchung vor Ort, die Ursache weiter einzugrenzen.
Warum eine Leckortung Kosten sparen kann
Die Kosten einer Radon-Leckortung hängen stark von der jeweiligen Situation, der Grösse und der Komplexität des Gebäudes ab. Eine pauschale Preisangabe ist deshalb nicht seriös möglich. Entscheidend ist jedoch nicht nur, was die Leckortung kostet, sondern auch, welche Kosten sich dadurch vermeiden lassen. Wer ohne genaue Ursachenanalyse saniert, läuft Gefahr, Massnahmen an der falschen Stelle umzusetzen oder später nachbessern zu müssen.
Durch eine professionelle Leckortung können wir mögliche Eintrittsstellen gezielt lokalisieren und die Sanierungsmassnahmen darauf abstimmen. So lassen sich unnötige Arbeiten vermeiden und Zeit sowie Kosten gezielter einsetzen.
Eine Leckortung verursacht zwar Aufwand, kann aber helfen, eine teure «Sanierung auf Verdacht» zu vermeiden.
Fazit: Von der Radonmessung zur gezielten Sanierung
Eine Radonmessung beantwortet die Frage: Wie hoch ist die Radonbelastung?
Die Leckortung beantwortet die entscheidende Anschlussfrage: Wo tritt das Radon ins Gebäude ein?
Eine erste Sichtprüfung können Eigentümerinnen, Eigentümer oder Gebäudeverantwortliche häufig selbst durchführen. Für eine zuverlässige Ursachenanalyse und eine zielgerichtete Sanierungsplanung bietet eine professionelle Leckortung jedoch einen entscheidenden Mehrwert. Denn je genauer die Eintrittsstellen bekannt sind, desto gezielter lassen sich wirksame Massnahmen planen und unnötige Kosten vermeiden.
Unser Tipp aus der Praxis: Nach einer Radonmessung mit erhöhten Werten müssen Sie nicht sofort eine umfassende Sanierung durchführen lassen. Es ist sinnvoller, zuerst mögliche Eintrittsstellen systematisch zu prüfen und die Ursache einzugrenzen. Erst wenn bekannt ist, wo das Radon ins Gebäude gelangt, können geeignete Massnahmen geplant werden.
Wir unterstützen Sie bei der Leckortung
Wir helfen Ihnen bei diesen Schritten und stehen Ihnen mit Know-how sowie professioneller Mess- und Ortungstechnik zur Seite.
Gerne beraten wir Sie persönlich. Kontaktieren Sie uns, besuchen Sie unsere Website oder kommen Sie in unserem Kompetenzcenter vorbei.
faparadon – Ihr Fachpartner rund um das Thema Radon.
Kann ich Radon-Eintrittsstellen selbst abdichten?
Grundsätzlich ja – kleinere, eindeutig erkennbare Undichtigkeiten lassen sich teilweise selbst abdichten. Entscheidend ist jedoch, ob damit tatsächlich die relevanten Eintrittswege erfasst werden. Bei erhöhten Radonwerten sollte deshalb vor umfangreicheren Abdichtungen zunächst geklärt werden, wo das Radon tatsächlich ins Gebäude gelangt.
Muss ich nach jeder erhöhten Radonmessung eine Leckortung durchführen?
Nein. Eine Leckortung ist nicht in jedem Fall zwingend erforderlich. Bei leicht erhöhten Werten und einer klar erkennbaren Eintrittsstelle kann unter Umständen bereits eine gezielte Massnahme ausreichen. Je höher die Belastung, je komplexer das Gebäude oder je unklarer die Ursache, desto sinnvoller ist eine professionelle Ursachenanalyse.
Kann man mit einer Leckortung feststellen, wie viel Radon durch eine bestimmte Stelle eintritt?
Eine Leckortung kann zeigen, welche Bereiche mit der Bodenluft in Verbindung stehen und wo relevante Luftströmungen auftreten. Sie dient damit vor allem dazu, Eintrittswege zu lokalisieren und die Ursache der Radonbelastung besser zu verstehen. Eine einzelne Leckstelle lässt sich dabei nicht immer eindeutig als alleinige Ursache quantifizieren.
Muss für eine Radon-Leckortung der Boden oder die Wand geöffnet werden?
In vielen Fällen nicht. Je nach Gebäude und Fragestellung können verschiedene zerstörungsarme Mess- und Ortungsverfahren eingesetzt werden. Ziel ist es, mögliche Eintrittswege möglichst präzise zu untersuchen, ohne unnötig in die Bausubstanz einzugreifen.
Was passiert nach der Leckortung?
Die Ergebnisse der Leckortung bilden die Grundlage für die nächsten Schritte. Je nach Situation können einzelne Eintrittsstellen abgedichtet, bestehende Schwachstellen verbessert oder weiterführende Sanierungsmassnahmen wie eine Radonabsaugung geplant werden.