Radon in Schulen und Kindergärten: Unsichtbare Gefahr für unsere Kinder?

Michael Oswald
von Michael Oswald
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10. Dec 2024

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Radon in Schulen und Kindergärten - Mädchen in Kindergarten mit Schere und Papier
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Radon, ein natürlich vorkommendes radioaktives Gas, wird oft übersehen – doch es birgt erhebliche gesundheitliche Risiken. Es entsteht durch den Zerfall von Uran im Boden und kann durch undichte Stellen in Gebäuden eindringen. Radon in Schulen und Kindergärten, wo Kinder viele Stunden täglich verbringen, kann eine erhöhte Belastung langfristig problematisch sein. Die Schweiz hat mit der revidierten Strahlenschutzverordnung (StSV) von 2018 einen wichtigen Schritt unternommen, um die Bevölkerung besser vor Radon zu schützen. Doch wie sicher sind Schulen und Kindergärten tatsächlich? Aktuelle Untersuchungen, darunter Messungen im Kanton St. Gallen zwischen 2018 und 2023, geben Antworten – und machen deutlich, dass Handlungsbedarf besteht.

Wie hoch ist die Belastung? Zahlen und Fakten aus St. Gallen

Eine umfassende Untersuchung des Amts für Umwelt und Strahlenschutz des Kantons St. Gallen (AVSV) lieferte wertvolle Einblicke:

  • 830 Messungen in 356 Schul- und Kindergarten-Gebäuden wurden über fünf Winterhalbjahre durchgeführt.
  • In 64 Räumen überschritt die Radonkonzentration den Richtwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³).
  • 47 Räume wurden bereits mit gezielten Massnahmen ausgestattet, während weitere Arbeiten noch laufen.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Radon ein reales Problem darstellt, das mit gezielten Lösungen angegangen werden kann. Besonders wichtig: Kinder reagieren empfindlicher auf Radon, da ihre Atemwege noch in der Entwicklung sind. Langfristig kann eine hohe Radonbelastung das Risiko für Lungenkrebs erhöhen.

Warum Schulen und Kindergärten besonders betroffen sind

Radon gelangt über den Boden in Gebäude – und sammelt sich besonders in schlecht belüfteten, tieferliegenden Räumen an, wie beispielsweise Kellern oder Erdgeschossen. Die baulichen Gegebenheiten vieler Schulen und Kindergärten, insbesondere älterer Gebäude, begünstigen diese Ansammlung zusätzlich.

Kinder verbringen oft mehrere Stunden am Tag in diesen Räumen. Da ihre Lungen empfindlicher auf Strahlung reagieren, ist die Gesundheitsgefahr für sie besonders hoch. Deshalb gilt: Prävention ist unerlässlich, um unsere Kleinsten zu schützen.

Ist Radon wirklich so gefährlich? Zweifel und Unsicherheiten

„Kann ein unsichtbares Gas wirklich so gefährlich sein?“ Diese Frage stellen sich viele. Die Antwort ist eindeutig: Ja.

Radon und seine Zerfallsprodukte geben radioaktive Strahlung ab, die beim Einatmen das Lungengewebe schädigen kann. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Radon nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

Dennoch bleibt Radon oft unbemerkt. Es riecht nicht, es ist unsichtbar – und gerade deshalb unterschätzen viele das Risiko. Dank moderner Messmethoden können jedoch präzise Werte ermittelt und entsprechende Schutzmassnahmen eingeleitet werden.

So können Schulen und Kindergärten geschützt werden

Die gute Nachricht: Radonprobleme lassen sich lösen.

  1. Radonmessungen:
    Der erste Schritt ist die Messung. Mit Testgeräten, die über mehrere Monate in den betroffenen Räumen installiert werden, lässt sich die Radonkonzentration zuverlässig bestimmen.
  2. Technische Massnahmen:
    Sollte die Radonkonzentration zu hoch sein, können bauliche oder technische Massnahmen helfen. Dazu gehören:
    – Abdichtung von Rissen im Fundament
    – Verbesserung der Belüftung
    – Installation von Radonabsaugsystemen
  3. Präventiver Schutz bei Neubauten:
    Neue Gebäude können von Anfang an radonsicher gebaut werden – etwa durch den Einsatz spezieller Materialien oder eine intelligente Bauweise, die das Eindringen von Radon verhindert.

Ein Praxisbeispiel aus St. Gallen zeigt: Durch gezielte Lüftungsmassnahmen konnte die Radonbelastung in stark betroffenen Räumen um bis zu 80 % reduziert werden.

faparadon: Kompetenter Partner für Radonprobleme

Das Schweizer Unternehmen faparadon ist ein führender Fachpartner für die Lösung von Radonproblemen. Mit geschulten Experten bieten wir Dienstleistungen wie:

Beratung und Planung: Individuelle Lösungen, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Gebäuden zugeschnitten sind.
Sanierungsmassnahmen: Von Abdichtungen bis hin zu hochmodernen Radonabsaugsystemen, die das Gas sicher aus dem Gebäude ableiten.

Wir setzen auf Innovation und Kundennähe, um nachhaltige Lösungen zu schaffen. Die Kombination aus modernster Technologie und lokalem Fachwissen garantiert, dass jede Massnahme effektiv und effizient umgesetzt wird.

Radonkarte: Orientierungshilfe für Risikoabschätzung

Die Radonbelastung variiert stark innerhalb der Schweiz. Während das Mittelland tendenziell geringere Konzentrationen aufweist, gibt es in den Alpen und im Jura aufgrund der geologischen Beschaffenheit deutlich höhere Werte.

Die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) entwickelte Radonkarte hilft dabei, Risikogebiete zu identifizieren. Diese Karte bietet eine wichtige Grundlage für Gemeinden und Schulen, um gezielt Schutzmassnahmen zu planen.

BAG Radonkarte

Fazit: Gemeinsam handeln für ein gesundes Lernumfeld

Radon in Schulen und Kindergärten ist eine Herausforderung – aber keine unlösbare. Die bisherigen Untersuchungen zeigen, dass Radonmessungen und gezielte Massnahmen wirkungsvoll sind, um die Belastung zu minimieren.

Als Eltern, Lehrkräfte oder Behörden sollten wir uns unserer Verantwortung bewusst sein: Kinder verdienen es, in einer sicheren Umgebung zu lernen und zu wachsen. Mit den richtigen Schritten, wie präventiven Massnahmen und gezielter Sanierung, können wir langfristig für Sicherheit sorgen.

Radon mag unsichtbar sein, aber die Verantwortung, es zu bekämpfen, ist klar sichtbar.

Hinweis:
Weitere Informationen zu Radonschutzmassnahmen finden Sie bei faparadon. Das Team von faparadon steht Ihnen bei Fragen oder individuellen Anliegen kompetent zur Seite.

Was ist Radon und warum ist es gefährlich?

Radon ist ein radioaktives Gas, das aus dem Boden austritt und sich in Gebäuden ansammeln kann. Es erhöht das Risiko für Lungenkrebs, insbesondere bei längerfristiger Belastung.

Wie gelangt Radon in Schulen und Kindergärten?

Radon dringt über undichte Fundamente, Risse oder Rohrleitungen in Gebäude ein und sammelt sich vor allem in Kellerräumen und Erdgeschossen an. Schlechte Belüftung begünstigt die Konzentration zusätzlich.

Wie kann man feststellen, ob ein Gebäude von Radon betroffen ist?

Durch Radonmessungen, die mit einfachen und kostengünstigen Geräten über mehrere Monate durchgeführt werden. Diese liefern zuverlässige Werte zur Beurteilung der Raumluftqualität.

Was kann getan werden, wenn der Radonwert zu hoch ist?

Massnahmen wie das Abdichten von Rissen, die Verbesserung der Belüftung oder die Installation von Radonabsaugsystemen können die Konzentration erheblich reduzieren. In Neubauten können spezielle Bautechniken Radonprobleme vorbeugen.

Ist Radon ein Problem in der ganzen Schweiz?

Die Belastung variiert je nach Region, mit höheren Werten in den Alpen und dem Jura. Dennoch können auch in weniger betroffenen Gebieten lokal hohe Werte auftreten, weshalb Messungen überall sinnvoll sind.